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Jahr des Glaubens

In seinem apostolischen Schreiben vom 11. Oktober 2011, "Porta Fidei" – "Tür des Glaubens", rief Papst Benedikt XVI ein "Jahr des Glaubens" aus, das am 11. Oktober 2012 beginnt und am 24. November 2013 zu Ende geht. Der Papst bezog sich dabei auf den 27. Vers im 14. Kapitel der Apostelgeschichte, wo es heißt: "Nach ihrer Ankunft versammelten sie die Gemeinde und berichteten, welch große Dinge Gott durch sie gewirkt und dass er ... die Tür zum Glauben geöffnet habe." Das Jahr des Glaubens stellt für alle Katholiken einen Anlass dar, die Reise zum Glauben wieder zu entdecken.
Welcher Ort eignete sich besser dazu, die Beispiele des Glaubens, die zweitausend Jahre Christentum kennzeichnen, nachzuvollziehen, als das Heilige Land, wo das Christentum geboren wurde?
Christlichen Pilgern, die in das Heilige Land reisen, wird die einzigartige Gelegenheit geboten, tatsächlich die Stätte zu sehen, wo Maria aus ihrem Glauben heraus die Verkündigung des Engels annahm und der Botschaft glaubte, sie werde die Mutter des Erlösers sein. Jedes Jahr pilgern hunderttausende Christen nach Nazareth, um Zeugnis abzulegen und den Ort der Verkündigung mit eigenen Augen zu sehen.
Nichts ist dem Erleben der Karwoche in Jerusalem vergleichbar. Tausende Pilger und einheimische Christen bevölkern die Straßen der Heiligen Stadt, wandeln auf den Spuren der Heiligen Maria und ihres Zeugnisses und bereiten sich auf die Feier der Karwoche und ihres Höhepunktes am Ostersonntag vor, der bedeutendsten Zeit des christlichen liturgischen Jahres. Für die Pilger ist die Feier des größten Heilsereignisses der Geschichte und des Lebens Jesu an jenen Stätten, wo sich diese Geschehnisse zutrugen, eine bewegende und unvergessliche Erfahrung des Glaubens. In dieser Woche nehmen Pilger und einheimische Christen an einer meditativen Heiligen Stunde im Garten Gethsemane teil. Am Karfreitag gedenkt man auf dem Kalvarienberg und an den Kreuzwegstationen der Via Dolorosa dem Leiden Christi. Am Abend wird in der Grabeskirche das Begräbnis Jesu feierlich abgehalten, ein einmaliges Ereignis der Kirche von Jerusalem, bei der die Kreuzabnahme und die Grablegung nachgestellt werden. Der Höhepunkt der Woche, die große Ostervigil, wird in der Auferstehungsbasilika ungeduldig erwartet. Darauf folgt das Beten des Vespergottesdienstes und die feierliche Messfeier mit einer Prozession um das Grab Jesu am Ostersonntag. 
Ihr Glaube bewirkte, dass die zwölf Apostel alles hinter sich ließen, um Jesus zu nachzufolgen. Sie gingen hinaus und verkündeten der ganzen Schöpfung das Evangelium.  Die Pilger folgen den Spuren der Apostel und besuchen die historischen Stätten wie die Apostelkirche in Kapernaum oder die Brotvermehrungskirche in Tabgha am See Genesareth. Dadurch erfahren sie eine Umkehr und Stärkung im Glauben.
Die Pilger haben die Möglichkeit, auf dem Pfad des Evangeliums einen kurzen Spaziergang von Tabgha nach Kapernaum zu machen. Der Weg führt entlang der gepflasterten Promenade, die eine schöne Aussicht auf das Ufer des Sees Genesareth bietet. Für Pilger, die mehr Zeit haben, eröffnet der Pfad des Evangeliums die Möglichkeit einer längeren Wanderung, auf der sie den Spuren Jesu und seiner Jünger von Nazareth bis zum See Genesareth folgen können.
Am See Genesareth erwarten die Pilger neue Attraktionen, wie das Boot Jesu oder die Kirche der Seligpreisungen mit einem atemberaubenden Blick über den ganzen See. Die Stätte lädt die Christen zu Gebet und Kontemplation ein, ist doch der Berg der Seligpreisungen jener Hügel, auf dem Jesus der Überlieferung nach (Matthäus 5) die Bergpredigt gehalten hat.
In seinem apostolischen Schreiben fordert der Papst die Christen "zu einer echten und erneuerten Umkehr zum Herrn" (Porta Fedei 6) auf. Das Jahr des Glaubens bietet den Katholiken die Möglichkeit, ihre Umkehr und den Augenblick, als sie bei der Taufe "die Tür des Glaubens" durchschritten, zu überdenken. Ein besonderer Ort in Israel, um die "Tür des Glaubens" zu öffnen, ist Qasr-el Yahud am Jordan, die traditionelle Stätte der Taufe Jesu. Der Tradition nach überschritt hier Jehoschua (Josua) nach dem Tod Moses den Jordan und Johannes führte seine Tätigkeit als Täufer aus.
Diese Pilgerreise zu den Wurzeln des katholischen Glaubens macht aus diesem Jahr des Glaubens eine einzigartige und wahrhaft sinnvolle Erfahrung.  Aus ihr werden die christlichen Pilger mit neuer Freude und Begeisterung für ihre Reise des Glaubens hervorgehen.

 

Verkündigungsbasilika, Nazareth