Tischrej: Der Monat der jüdischen Feiertage

Der jüdische Monat Tischrej (überschneidet sich mit September oder Oktober) steckt voll religiöser Bedeutungen und beherbergt einige der wichtigsten Feiertage. Der Monat beginnt mit Rosch HaSchana, dem jüdischen Neujahrsfest, das zwei Tage lang gefeiert wird. Zu den bekanntesten Traditionen zu Rosch HaSchana gehören das Blasen des Schofars (ein Widderhorn) und das Essen symbolischer Speisen, wie zum Beispiel Äpfel, die in Honig getaucht werden. Diese Äpfel mit Honig sind das Symbol für ein süßes Jahr.

Der Granatapfel ist eine der sieben Arten, die seit biblischer Zeit mit dem Land Israel identifiziert werden. Diese Frucht wird in der Zeit um Rosch HaSchana reif und Juden auf der ganzen Welt essen sie mit dem Wunsch, dass ihre guten Taten im kommenden Jahr genau so im Überfluss vorhanden sein mögen wie die Samen des Granatapfels. 

Vor und während des Festes wünschen Juden einander überall "Schana towa u´metuka" – ein gutes und süßes Jahr.

Zehn Tage nach Rosch HaSchana ist Jom Kippur, der Versöhnungstag. Die zehntägige Periode zwischen Rosch HaSchana und Jom Kippur ist eine Zeit der Einkehr und Betrachtungen und bekannt unter der Bezeichnung Aseret Jamei Tschuwa (Zehn Bußtage – Tage der Rückkehr).

In dieser Zeit bitten die Menschen all jene um Verzeihung, denen sie während des vergangenen Jahres Unrecht getan haben. Der Jom Kippur ist der heiligste Tag des jüdischen Kalenders. An diesem Tag entscheidet Gott, welches Schicksal jeden einzelnen Menschen im kommenden Jahr erwartet. Viele Juden verbringen diesen Tag ins Gebet versunken in der Synagoge. Das religiöse Gesetz verlangt, dass die Juden ihre Seelen darben lassen und die ganze Zeit (ungefähr 25 bis 26 Stunden) darf nicht gegessen und getrunken werden (Leviticus 23,27). In der Thora heißt es (Leviticus 16,30): "Denn an diesem Tage geschieht eure Versöhnung, dass ihr gereinigt werdet; von allen euren Sünden werdet ihr gereinigt vor dem Ewigen."

Der traditionelle Gruß während der Zehn Bußtage und am Jom Kippur lautet: Gmar Chatima Towa – Möge deine Einschreibung (in das Buch des Lebens) gut abgeschlossen werden.

Eine kurze Zeit nach Jom Kippur beginnt Sukkot, das auf Deutsch als Laubhüttenfest bekannt ist. Es wird am 15 Tischrej gefeiert und ist eines der drei jüdischen Wallfahrtsfeste, an denen den Juden von der Thora geboten wird, nach Jerusalem hinauf zu ziehen. Sukkot dauert sieben Tage (in der Diaspora acht). Die Familien bauen Sukkot – Laubhütten, die mit Palmzweigen gedeckt werden. Die Sukkot symbolisieren die zeitweiligen Behausungen der Israeliten während der vierzig Jahre der Wüstenwanderung nach dem Auszug aus Ägypten.

Das ganze Sukkotfest hindurch werden die Mahlzeiten in der Sukka eingenommen und einige Leute schlafen sogar darin.Während des Festes wird über die Vier Arten – Etrog, Palmzweig, Bachweide und Myrthe – ein besonderer Segensspruch gesagt. In der Thora heißt es dazu in Leviticus 23,40): "Und sollt am ersten Tage Früchte nehmen von schönen Bäumen, Palmenzweige und Maien von dichten Bäumen und Bachweiden und sieben Tage fröhlich sein vor dem Ewigen, eurem Gott."

Der Monat Tischrej ist auf jeden Fall die jüdische Feiertagssaison. Während einer Pilgerreise in das Heilige Land gibt es keine bessere Zeit im Jahr, Einsichten in viele alte Traditionen zu gewinnen.