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Pessach

Pessach, or Passah, ist ein wichtiger jüdischer Feiertag und neben Sukkoth (Laubhüttenfest) und Schawuot (Wochenfest) eines der drei Pilgerfeste. Zu Zeiten des Heiligen Tempels pilgerte zu diesen drei Feiertagen die gesamte jüdische Bevölkerung nach Jerusalem.

Der Freitag beginnt am 15. Tag des hebräischen Monats Nissan (in der Regel im April). Es erstreckt sich über sieben Tage und gedenkt dem Auszug aus Ägypten. Der Torah zufolge lebten die Israeliten in Ägypten und wurden von den Ägyptern irgendwann als Sklaven gehalten. Moses wurde zum Führer der Israeliten und forderte Pharao auf, sein Volk ziehen zu lassen. Als Pharao sich weigerte, führte Moses eine Kampagne an, die in dem hastigen Abzug der Israeliten aus Ägypten mündete.

Passah wird auch als das “Fest der Freiheit” bezeichnet, dieser Aspekt des Festes findet seinen Niederschlag in den Riten und Gebeten: Der Auszug aus der Sklaverei in die Freiheit symbolisiert die physische und geistige Erlösung und das Streben des Menschen nach Freiheit.

Am ersten Abend des Feiertages, dem so genannten Seder-Abend, versammelt sich die Verwandtschaft zum zeremoniellen Seder-Mahl. Es ist ein wichtiger jüdischer Grundsatz, andere Menschen einzuladen, die keine Familie haben, mit der sie den Feiertag begehen könnten.

Eine weitere Bezeichnung des Passah-Festes ist das “Fest des ungesäuerten Brotes”. Die Geschichte des Auszugs aus Ägypten erzählt, dass die Israeliten Ägypten eilig verlassen haben, so dass der Teig, die sie vorbereitet hatten, nicht aufgehen konnte und sie ihn deshalb zu Matzen buken, ungesäuerte Fladen. Ein wichtiger Grundsatz dieses Festes Ist das Verbot von Gesäuertem. Aus Mehr zubereitete Backwaren, die aufgegangen sind, oder verarbeitete Lebensmittel, die Mehl enthalten, dürfen nicht verzehrt werden. Stattdessen essen die Juden Matzen.

Die dritte das Fest beschreibende Bezeichnung ist das “Fest des Frühlings”, da es im Frühling gefeiert wird.

Der erste und der letzte Tag des Feiertages sind heilige Ruhetage, an denen jede Art produktiver Tätigkeit verboten ist. Die dazwischenliegenden Tage werden als Chol Ha’Mo’ed, “im Feiertag eingebettete” Werktage, bezeichnet, an denen das Verbot produktiver Tätigkeit weniger streng gehandhabt wird.

 

 

 

FESTTAGSBRÄUCHE

Verbot gesäuerter Speisen – Während des Passah-Festes ist es verboten, gesäuerte Speisen – Chametz – zu sich zu nehmen. Dieses Verbot gilt dem Gedenken an die Matza, welche die Israeliten bei ihrem eiligen Abzug aus Ägypten gegessen haben. Der Verbot umfasst alle Arten von Brot und Backwaren, die aus Mehlteig zubereitet werden, sowie, unter anderem, alle Arten von Pasta.

Matzah – Die Matzah Ist ein Fladen aus ungesäuertem Teig. Abgesehen vom zeremoniellen Seder-Mal, ist das Essen von Matzen nicht Pflicht. Doch die meisten jüdischen Familien ersetzen während des Feiertages das Brot mit Matzen.

Bi’ur Chametz – Die Beseitigung von Gesäuertem – in den Wochen vor dem Passah-Fest ist es für Juden Brauch, ihre Wohnungen gründlich zu putzen, um alle Spuren von Chametz zu beseitigen. Nach Sonnenuntergang des Abends vor Beginn des Passah-Festes suchen die religiösen unter den Juden mit einer Kerze in der Hand alle Ecken des Hauses ab, um zu gewährleisten, dass keine Krümel übersehen wurden. Der Staat Israel, als Stellvertreter des jüdischen Volkes, verkauft sämtliches in Israel vorhandene Chametz zu einem symbolischen Preis an einen Nichtjuden in Israel (und kauft dan nach Ende des Feiertages sofort zurück).

Der Seder – Der Seder ist das feierliche Mahl am ersten Abend des Passah-Festes, das sich über viele Stunden hinzieht. Die Familie versammelt sich zum Seder um den Feiertagstisch herum zum Lesen der Haggadah und zum Festmahl. Die Haggadah enthält Abschnitte aus der Bibel und der Mischnah (Zusammenfassung mündlich übertragener jüdischer Gesetze und Traditionen), Kommentare und Lieder. Durch das Lesen der Haggadah erfolgt die Weitergabe der Passah-Tradition von einer Generation auf die nächste. Im Laufe des Seder-Mahls werden symbolische Rituale ausgeführt, wie beispielsweise das Verzehren der Matza und bitterer Kräuter, das Trinken von vier Bechern Wein, das gemeinsame Singen und, natürlich, das üppige Mal.

Afikoman – Um die müde werdenden Kinder im Laufe des Seder-Abends zu beschäftigen, wird ein besonderer Teil einer Matza, der Afikoman, irgendwo in der Wohnung versteckt und die Kinder müssen ihn finden. Wer ihn findet, erhält in der Regel eine Belohnung.

 

WICHTIGE INFORMATIONEN

Am ersten und letzten Tag des Passah-Festes steht fast das gesamte Geschäftsleben in Israel still. An den Zwischentagen (Chol Hamo’ed) öffnen zahlreiche Büros und Läden nur am Vormittag. Viele Israelis nutzen den langen Feiertag zu Urlaubsreisen oder Tagesausflügen.

Die meisten israelischen Restaurants halten die besonderen Speisegesetze  des Passah-Festes ein. Viele von ihnen bieten Passah-taugliche Speisen als Alternative zu ihrer üblichen Speisekarte an. In den letzten Jahren wird das Passah-Fest besonders in den Tel Aviver Restaurants weniger streng beachtet und Sie können Lokale finden, die Brot, Kuchen und Pasta servieren. Wichtig: Bier ist ein am Passah-Fest nicht koscheres Getränk.