Schawuot

Das Wochenfest sollst du halten mit den Erstlingen der Weizenernte und das Fest der Lese, wenn das Jahr um ist. (Exodus 34:22)

An Schawuot (wörtlich: Wochen), eines der drei jüdischen Pilgerfeste (die anderen beiden sind Pessach und Sukkoth, das Laubhüttenfest), wird an den Erhalt der Torah (die Fünf Bücher Mose) auf dem Berg Sinai erinnert. Dieser Feiertag wird genau sieben Wochen nach dem ersten Tag des Pessach-Festes gefeiert, an dem wiederum der Exodus aus Ägypten gefeiert wird.

Schawuot ist im Grunde ein landwirtschaftlicher Feiertag und wird auch als Erntefest und als Fest der Ersten Frucht bezeichnet (worauf in Numeri 28,26 und in Exodus 28,26, respektive, Bezug genommen wird). An diesem Tag wird dem Brauch gedacht, Teile der ersten Ernte (Deuteronomium 26,1-11) und von den ersten in den Herden geborenen Jungtieren (Numeri 28,26-31) als Opfer in den Heiligen Tempel zu bringen. Dieser landwirtschaftliche Aspekt des Feiertages wurde auch nach der Zerstörung des Heiligen Tempels aufrecht erhalten: zu den Symbolen des Feiertages zählen die Sieben Arten, mit denen das Land Israel gesegnet ist – Weizen, Gerste, Weintrauben, Feigen, Granatäpfel, Oliven und Datteln.

Schawuot steht auch im Zusammenhang mit dem biblischen Buch Ruth. Ruth war eine Vorfahrin König Davids, die zu Schawuot verstarb. Da Ruth zum Judentum konvertiert war, hatte sie die Torah aktiv akzeptiert, wie schon das jüdische Volk am Berg Sinai. Außerdem spielt sich die Geschichte, die im Buch Ruth erzählt wird, während der Weizenernte ab, also um Schawuot herum.

Es ist Brauch, am Vorabend des Schawuot-Festes Milchprodukte zu verzehren. Viele religiöse Juden folgen im Anschluss an das festliche Feiertagsmahl in ihrer örtlichen Synagoge dem uralten Brauch des Thorastudiums bis zum Morgengrauen. Dann sprechen sie das Morgenbebet zum frühesten erlaubten Zeitpunkt und bezeichnen damit symbolisch die Begeisterung des jüdischen Volkes angesichts des Erhalts der Thora.

Das Morgengebet zum Schawuot-Fest umfasst besondere Gesänge und Lesungen in den Schriften, auch das Buch Ruth wird vor der Gemeinde gelesen. Einige Gemeinden schmücken ihre Synagogen mit grünen Pflanzen und Blumen, um damit der traditionellen Überlieferung, die den Berg Sinai als grün bewachsen Berg sieht, sowie der Funktion des Schawuot-Festes als dem Tag, an dem das Schicksal der Obstbäume entschieden wird, Ausdruck zu verleihen.