Stosunki żydowsko – chrześcijańskie

In zwei Beiträgen berichtete die Zeitung Jerusalem Post über den kürzlichen Besuch von Kardinal Koch in Jerusalem. Im ersten ließ Ron Kronish nicht nur die Ereignisse Revue passieren, sondern kommentierte auch die Situation der jüdisch-christlichen Beziehungen: "Der Kardinal aus dem Vatikan, in dessen Ressort die religiösen Beziehungen mit den Juden fallen – seine Eminenz Kardinal Kurt Koch – weilte neulich für wenige Tage, die von Treffen mit verschiedenen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens geprägt waren, in Jerusalem. Im Rahmen seines Besuches hielt er einen öffentlichen Vortrag über den "jüdisch-katholischen Dialog". (Der Vortrag wurde vom Jerusalemer Institut für Israel Studien, dem interreligiösen Koordinierungsrat in Israel [ICCI], dem amerikanischen jüdischen Komitee und dem israelischen jüdischen Rat für interreligiöse Beziehungen gemeinsam gefördert. Alle diese Organisationen sind seit Jahren dem jüdisch-christlichen Dialog verbunden.) 

Kardinal Kochs Besuch in Jerusalem war ein weiterer, positiver Schritt für die Vertiefung der Beziehungen zwischen der katholischen Kirche, dem jüdischen Volk und dem Staat Israel, die jetzt schon seit vielen Jahren bestehen."

Ron Kronish, der Gründer und Leiter des interreligiösen Koordinierungsrates in Israel und der Direktor des Jerusalemer Zentrums für jüdisch-christliche Beziehungen, erklärte im Artikel: "Ich würde sagen, dass wir uns seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil – d.h. seit den Anfängen des Dialogs (zwischen Christen und Juden und zwischen der Kirche und allen anderen Weltreligionen), ganz klar in einer neuen Ära befinden, die wir als 'die neue Ära des Dialogs' bezeichnen können. Außerdem steht es außer Zweifel, dass die Führungsqualität von Papst Johannes Paul II., dessen Hinscheiden vor einigen Jahren einen ungeheuren Verlust für die ganze Menschheit darstellte, den Dialog zwischen Christen und Juden kontinuierlich und konsequent auf eine Weise förderte, die in der Geschichte der katholischen Kirche einzigartig ist. Der Höhepunkt war wohl seine persönliche Pilgerreise in das Heilige Land im März 2000." 

Kronish führte weiter aus: "... im Kontext dieser Geschichte der letzten 2000 Jahre sind wir ganz deutlich in einem noch nie dagewesenen Zeitalter des Dialogs. Dazu gehört das bahnbrechende Dokument der Kirche zum Holocaust Nachdenken über die Shoah (1998) und die Unterzeichnung des Grundlagenvertrages zwischen dem Vatikan und dem Staat Israel im Jahr 1993, der einen völlig neuen Kurs in den Beziehungen zwischen dem Vatikan und dem jüdischen Staat begründete. ... Kurz gesagt, seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in der Mitte der Sechzigerjahre hat die katholische Kirche auf dem Gebiet der Beziehungen mit den Juden und dem Judentum enorme Fortschritte gemacht."